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St. Thomas von Aquin

Mit der 1999 geweihten Kirche St. Thomas von Aquin auf dem Gelände der Katholischen Akademie ist in der Berliner Innenstadt ein neuer Ort des Gottesdienstes und des Gebetes entstanden.

 

St. Thomas von Aquin Wie die Katholische Akademie sich dem Dialog und Austausch mit den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen aus Kultur, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Religion in der Hauptstadt widmet, so möchte auch die Akademie-Kirche ein Ort sein für Christinnen und Christen, die von unterschiedlicher geistiger, politischer und staatlicher Herkunft geprägt sind.

Die Kirche als Kern

St. Thomas von AquinDie neu errichtete Kirche der Katholischen Akademie in Berlin ist in architektonischer Hinsicht deren Kern. Schon von außen wird für den Besucher der Katholischen Akademie wie für den zufällig vorbeikommenden Passanten deutlich, dass dort zwischen dem alten und den neuen Akademiegebäuden ein besonderes Bauwerk steht. Die Kirche als Ort der religiösen Erfahrung ist letztlich der Grund und das Fundament für die kirchlichen Institutionen. Dies soll durch die Eigenheit bei gleichzeitiger Verbundenheit der Kirchenarchitektur sinnlich erfahrbar werden. Für den religiösen Menschen ist der Raum nicht homogen - er weist Brüche und Risse auf, er enthält Teile, die von den übrigen qualitativ verschieden sind. „Komm nicht näher heran!” sprach der Herr zu Mose, „Leg deine Schuhe ab, denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden” (Exodus 3,5) schreibt Mircea Eliade in seinem Buch „Das Heilige und das Profane”. Ein stark skulpturaler Eindruck wird schon durch die Bauweise hervorgerufen.

Flache, langformatige Natursteine mit gestockter Oberfläche schichten sich in vielen Lagen zu den neun Meter hohen Mauern auf und bilden einen klar umrissenen Kubus. Immer wieder und von unten nach oben progressiv zunehmend, wird anstelle eines Steines ein gleichformatiger Glasblock vermauert. Durch diese große Anzahl von Glassteinen fällt das Licht in das Innere des Raumes. Mit zunehmender Höhe verlieren die Wände immer mehr an steinerner Schwere. Mehr und mehr von Licht durchbrochen, lösen sie sich zunehmend auf. Zu jeder Jahreszeit wie zu allen Tageszeiten wird das natürliche Licht den Raum in eine je andere Atmosphäre tauchen. Umgekehrt lässt die Kirche in der Dunkelheit ihr Licht von innen nach außen leuchten. Diese den Raum bildenden Mauern sind wie ein Bild. Sie bleiben frei von funktionalen Aufgaben. So steht das Dach auf eigenen Füßen. Wie ein Tisch ist es aus glattem Beton in das Mauergeviert gestellt.

Die Wände werden nicht berührt. Der Abstand zwischen dem (Tisch-) Dachrand und den Mauern ist mit Glas überdeckt. Drei hohe, schmale Türen führen in das Innere der Kirche. Sie schließen den Raum auf der Innenseite der Wand. Das Durchschreiten der Mauer und das Überqueren einer „Wasserlinie”, die von den in die Wandlaibungen eingelassenen Weihwasserbecken angedeutet wird, machen das Eintreten in den „anderen” Raum spürbar.
Ausstattung des Innenraumes

Die Ausstattung des Innenraumes ist pur und zurückhaltend. Der Altar bildet das Zentrum. Ähnlich wie die Mauer ist auch er aus geschichtetem Stein errichtet. Leicht versetzt steht der Ambo, der dazu im Gegensatz ganz filigran und transparent gehalten ist. Im Blickpunkt erstrahlt der Tabernakel. Außer den Apostelleuchtern, denen an den Seitenwänden jeweils sechs auskragende Mauersteine entgegenkommen, ist allein dem Tabernakel die Wand vorbehalten. Ein Kirchenbau in der Mitte von Berlin, am Übergang zum nächsten Jahrtausend, hat den Charakter eines Neubeginns. Dies wird dadurch zum Ausdruck gebracht, dass die weiteren liturgischen Gegenstände nicht von dem Raum vorgegeben werden, sondern wie von den Gläubigen „mitgebracht” erscheinen. Das Kreuz ist ein aufgestelltes Tragekreuz aus Elfenbein. Der Leuchter für die Osterkerze ist so schlicht wie die anderen Leuchter. Bei der Orgel wird deren Instrumentcharakter betont - sie ist nicht architektonisch eingepasst.

Die Kirche soll Raum geben. Wie die Grundbestuhlung, sind die Möbel leicht und beweglich, um je nach Situation und Anforderung aufgestellt zu werden. Unser Wunsch ist es, für die Katholische Akademie einen Raum zu schaffen, der eine spirituelle Kraft hat, der Ruhe für die Meditation und das Gebet gibt und von dem die Besucher etwas empfangen können. Die neue Kirche, die durch den Künstler Professor Norbert Radermacher und die Architekten Thomas Höger und Sarah Hare konzipiert und gestaltet wurde, ist ein herausragendes Beispiel moderner Kirchenarchitektur in der Hauptstadt.

Wie die Katholische Akademie selbst ein Ort des Dialogs und des Austausches mit den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen in der Hauptstadt ist, so möchte auch die „Akademie-Kirche” ein Ort sein für Christinnen und Christen

  • die von unterschiedlicher geistiger, politischer und staatlicher Herkunft sind,
  • die Verbundenheit im Glauben und geistliche Heimat in dieser Stadt suchen,
  • die auf der Suche nach zeitgemäßer Verkündigung des Evangeliums und des Glaubens sind.


Wir laden Sie herzlich zum Besuch der Gottesdienste ein.

  • an allen Sonn- und Feiertagen 12.00 Uhr Heilige Messe
  • an allen Sonntagen 18.00 Uhr Heilige Messe der Künstlerseelsorge
  • Sunday 10.30 am English Mass